Hamburg mit einem Pubertier

Vier Tage Teenager-Wahnsinn

Pfingstsonntag 2018: Der Konfirmationstag von unserem Ältesten. Wir hatten uns schon lange vor diesem besonderen Ereignis Gedanken um ein Geschenk gemacht. Besondere Ereignisse erfordern halt auch besondere Geschenke. Für uns kam ein Geldgeschenk nicht in Frage. Es sollte vielmehr ein Erlebnis sein, an das sich alle noch gerne erinnern. Da das Kind noch nie in Hamburg war, stand unser Entschluss dann fest: Vier Tage Hamburg für das Pubertier.

Pubertier Hamburg
Hamburg mit einem Pubertier

Gut geplant ist halb gewonnen?

Im Vorfeld war uns bewusst, dass so ein 14-jähriges Pubertier keine City-Sightseeing-Tour der klassischen Art machen möchte, wenn es das erste Mal Hamburg sieht. Fazit: Unser Teenager bestimmt (weitestgehend) das Programm. Überraschenderweise konnten auch wir Erwachsenen gut damit leben. Fest eingeplant war das Hamburg Dungeon, die Aussichtsplattform der Elbphilharmonie und zum Abschluss dann der Heidepark Soltau. Um gut vorbereitet zu sein, haben wir die Karten bereits vorab online reserviert. Eine echte Ersparnis, da vor Ort die Karten deutlich teurer sind. Den Rest wollten wir spontan direkt in Hamburg  entscheiden.

Wohnen direkt neben der großen Freiheit – das Abenteuer beginnt

Der Herr des Hauses war zu dem Entschluss gekommen, sehr zentral wohnen sei praktisch. Ich machte mir gedanklich eine Notiz, bei zukünftigen Reisen die Unterkunft lieber selber zu buchen. Wir bezogen also unser Zimmer im Hotel Lafayette. Ein kurzer Blick und ich schlug spontan vor, während des Aufenthaltes nicht im Hotel, sondern lieber im ALEX zu frühstücken.

Direkt am ersten Vormittag erkundeten wir den Hafen – wenn es schon keine Hafenrundfahrt gab, war das auf jeden Fall ein Kompromiss. Außerdem hatten wir Zeit, da wir die Karten für das Dungeon für Nachmittags gekauft hatten. Das Pubertier zeigte so viel Interesse, dass er alles eifrig auf Google nachlas – oder wieso sollte er sonst die ganze Zeit über fasziniert auf das Display seines Handys starren? Na gut, dann halt direkt zu einer anderen Lieblingsbeschäftigung: Zum Shoppen. Hier musste erstmal nichts weiter recherchiert werden – das Smartphone wurde zeitweise in die Tasche gesteckt.

Horror im Hamburger Dungeon

Nach der erfolgreichen Shoppingtour wussten wir schon bald nicht, ob wir beeindruckt oder genervt von der wortkargen Recherche via Smartphone sein sollten. Ich bewunderte die Fähigkeit, zu recherchieren ohne ins Hafenbecken zu fallen.

Pubertiere haben ja so ihren eigenen Humor, den ich auch bedingt bereit bin, zu teilen.  Da unser Teenie leider manchmal den Hang zur Übertreibung hat, hatten wir noch bevor wir das Dungeon auch nur betreten hatten, unsere eigene kleine Horror-Show. Ich nahm mir vor, das Pubertier einfach in die Elbe zu schubsen. Aber bevor ich dazu kam, überzeugte es mich doch noch von seinem Charme. So kam die Vorstellung im Dungeon bei allen noch richtig gut an. Auch den Besuch in der Elbphilharmonie meisterten wir bravourös und ohne nennenswerte Zwischenfälle.

Adrenalin pur – Heidepark Soltau

So uninteressant wir als Eltern während des Aufenthaltes in Hamburg waren, im Heidepark Soltau wendete sich das Blatt ganz schnell: Das Pubertier wollte mit uns von einer Achterbahn auf die nächste. So schafften wir tapfer alle Bahnen, die der Park bietet. Natürlich habe ich mir nicht die Blöße gegeben, zu schreien oder zu kneifen.

Abschließend kann ich sagen – Hamburg mit einem Pubertier ist doch eine Herausforderung. Es war definitiv etwas Besonderes – nach der Woche hätte ich aber gut ein paar Tage Urlaub vertragen können und zwar ohne ein Pubertier.